Wirtschaftliche Netzwerke im östlichen Mittelmeerraum zur Zeit der Kreuzzüge (11. Bis Mittte 14. Jahrhundert): Der Fall der Peloponnes

→ Katerina Ragkou

Meine Doktorarbeit konzentriert sich auf die wirtschaftlichen Netzwerke im östlichen Mittelmeerraum zur Zeit der Kreuzzüge (11. bis Mitte 14 Jahrhundert).    Das Hauptziel dieses Projekts stellt die Analyse der wirtschaftlichen und sozialen Transformationen vor und nach der Gründung der Kreuzfahrerstaaten dar. Die Peloponnes in Griechenland bildet dabei die Hauptfallstudie. Frühere Schlussfolgerungen bezüglich der Peloponnes werden in dieser Arbeit neu bewertet. Außerdem werden Vergleiche zu anderen Gebieten gezogen, die einen ähnlichen Übergang zur lateinischen Herrschaft aufgrund der Kreuzfahrerbewegung erlebt haben, wie Zypern, die Kykladen in Griechenland und die syro-palästinische Küste.

Die beiden Hauptkategorien für das Verständnis der wirtschaftlichen Beziehungen innerhalb und zwischen den kulturellen Gruppen im östlichen Mittelmeerraum während des genannten Zeitraums sind materiell und textuell. Archäologisches Material ist von primärem Interesse, während historische Texte integriert werden, um wirtschaftliche und kulturelle Informationen zu ergänzen. Die beiden wichtigsten Materialgruppen, die analysiert werden, sind Feinkeramik und Münzen. Die Wahl, sich auf dekoriertes Keramik und Münzen zu konzentrieren, ergibt sich aus der Verfügbarkeit der archäologischen Studien, die die umfassende Analyse der zusammengetragenen Daten aus einzelnen Fundorten und Surveys ermöglichen. Darüber hinaus werden andere industrielle und kommerzielle Sektoren der Wirtschaft, wie die Seide- und Glasindustrie, untersucht. Durch Vergleiche der keramischen Zusammenstellungen an jedem archäologischen Ort mit den numismatischen und industriellen Daten werden die Rollen der Siedlungen in ihren lokalen und regionalen Wirtschaftsnetzwerken herausgearbeitet.

 

Um die Beziehungen zwischen verschiedenen Fundorten auf der Peloponnes zu verstehen, wende ich netzwerktheoretische Ansätze an. Dieses Projekt ist nicht zuletzt durch seine interdisziplinäre Ausrichtung von Bedeutung: Es werden Elemente aus verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen wie der Archäologie, Geschichte, Ethnologie und Kunstgeschichte, sowie verschiedene Analyseebenen verbunden, um die oben genannten Ziele in ihren zeitlichen und räumlichen Dimensionen zu erreichen. Zudem sind die Forschungsergebnisse für die Kultur- und Wirtschaftsgeschichte der Levante, Griechenlands, Italiens, Kleinasiens und  des mittelalterlichen Mittelmeerraums im Allgemeinen relevant.

 

 

Dissertationsprojekt
Betreuer: Prof. Dr. Claudia Sode, Prof. Dr. Claudia Sode, Prof. Dr. Sabine Schrenk, Dr. Athanasios Vionis