The spatial organisation of ergastēria in the ancient Greek world: a comparative study

→Elena Cuijpers

Ziel der Dissertation ist eine umfassende Analyse der Organisation von Werk- und Verkaufsstätten (workshops) in klassischen und hellenistischen Siedlungen. Die Untersuchung konzentriert sich dabei auf die Situation im griechischen Mutterland, die Ägäis, Kleinasien, die Magna Graecia, auf Sizilien und auf die Iberische Halbinsel. Die Werk- und Verkaufsstätten, in der Literatur auch als ergastēria oder tabernae bekannt, erfüllten wichtige soziale und wirtschaftliche Funktionen für Siedlungen und ihr Umland, da sie sich mit der Produktion und der Distribution von unterschiedlichen Warenarten befassten. Einige dieser ergastēria scheinen direkt mit einem Wohnhaus verbunden gewesen zu sein, während andere eher unabhängig genutzt wurden. Viele Aspekte in Bezug auf Nutzung und Funktion der ergastēria sind bislang jedoch noch nicht hinreichend geklärt. Diese Arbeit zielt darauf ab die Funktion und das Funktionieren der ergastēria und ihre Integration in das Wirtschaftsleben der antiken Stadt besser zu verstehen.

 

Wissenschaftliche Fragestellung

Im Fokus der Studie steht die Frage wie ergastēria und deren Spezialisierung innerhalb antiker Siedlungen erkannt werden können. Wer war für diese Räume zuständig und wer arbeitete in ihnen? Welche Funktionen und Aktivitäten können ergastēria zugeschrieben werden? Ein weiterer wichtiger Aspekt der untersucht wird, ist die räumliche Verteilung der ergastēria innerhalb der Wohnviertel und im Kontext der gesamten Siedlung. Wie waren sie räumlich in den Siedlungen verteilt? Wo befanden sich die ergastēria in Bezug auf  die Wohnbereiche unterschiedlicher Gesellschaftsschichten? Und wo waren sie in Bezug auf die Agora, religiöse und kulturellen Räumen?

 

Fallstudien und Forschungsmethoden

Die Datenbasis für die hier skizzierte Untersuchung bilden archäologische Funde und Befunde sowie Architektur und die Siedlungspläne publizierter Siedlungen. Große Bedeutung kommt zudem den schriftlichen Quellen zu. Der methodische Ansatz beinhaltet (1) eine Auswertung der antiken Schriftquellen, (2) eine Analyse der Architektur der ergastēria, (3) die Untersuchung der archäologischen Funde sowie (4) eine räumliche Analyse der ergastēria und ihrer Beziehung zur städtischen Umwelt und dem Umland. Die Dissertation konzentriert sich zuerst auf vier Fallstudien: Olynthos, Delos, Priene und Empúries. Im nächsten Schritt sollen Daten aus anderen, weniger gut erforschten Siedlungen des Untersuchungsgebiets mit in die Analyse einbezogen werden, um Vergleiche und weitere Hinweise für eine Interpretation herauszuarbeiten.

 

 

Betreuer: Prof. Dr. Frank Rumscheid (University of Bonn)