Münzumlauf als Indikator wirtschaftlicher Verflechtungen in hellenistischer Zeit: Das Beispiel Pamphylien

→ Fabian Richter

Archäologische Zeugnisse können uns wertvolle Erkenntnisse über die Beziehungen verschiedener Regionen zueinander liefern, gerade und vor allem in Bezug auf wirtschaftliche Fragestellungen. In diesem Zusammenhang denkt man vielleicht zuerst an Funde von Amphoren, deren Inhalt heutzutage mit modernsten wissenschaftlichen Methoden analysiert werden kann. Mindestens genauso interessant und aussagekräftig sind in dieser Beziehung jedoch die reichhaltigen numismatischen Zeugnisse, die uns zahlreich in Form von Münzfunden überliefert werden.

In hellenistischer Zeit zirkulierten im östlichen Mittelmeerraum, bis auf wenige Ausnahmen, vorrangig Münzen, die nach dem attischen Münzfuß geprägt wurden. Alexander der Große führte diesen, nachdem bereits sein Vater Philipp II. Goldmünzen nach diesem Standard prägen ließ, schon am Beginn seiner Herrschaft auch für die Silbermünzen ein. In der Folgezeit wurde dieser Münzfuß auch von den meisten Königen und poleis des östlichen Mittelmeerraums für ihre Prägungen übernommen. Diese Entwicklung führte zu einer enormen Erleichterung des Handels, Münzen verschiedenster Münzstätten verteilten sich weiträumig im östlichen Mittelmeerraum.

Eine Analyse der Münzfunde Pamphyliens, gelegen an der türkischen Südküste, lässt daher neue Erkenntnisse für die Verflechtungen dieser Region mit anderen Teilen der Mittelmeerwelt erwarten. Dass diese Verflechtungen nicht immer wirtschaftlicher Natur gewesen sein müssen liegt auf der Hand, die Einordnung in den historischen Kontext unter Einbeziehungen weiterer Quellengattungen ist daher unerlässlich. Im Mittelpunkt der Analyse sollen jedoch die oftmals vernachlässigten numismatischen Zeugnisse stehen.

 

 

Bild links: Alexander III. (336-323 v. Chr.); Tetradrachme; Silber;ca. 327-323 v. Chr.; Mzst. Tarsos; 17,31 g; VS: Kopf des Herakles mit Löwenfell nach rechts; RS: AΛEΞANΔPOY, Zeus thront nach links, er hält in seiner rechten Hand einen Adler und in seiner linken Hand ein Szepter, im Feld ein Pflug, unter dem Thron Weintrauben.

Bild rechts: Side; Tetradrachme; Silber; ca. 203 v. Chr.; 17,02 g; VS: Kopf der Athena mit korinthischem Helm nach rechts; RS: Nike läuft nach links, sie hält einen Kranz in ihrer rechten Hand, im Feld AΦ und Granatapfel.

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Dissertationsprojekt
Betreuer: Prof. Dr. Peter Franz Mittag, Prof. Dr. Frank Rumscheid