Die Westkarpaten als periphere Wirtschaftsräume im diachronen Vergleich

→ Tomáš Zachar

Das Dissertationsprojekt konzentriert sich auf die peripheren Wirtschaftsräume in der Form der Berg- und Vorgebirgsregionen in Mittel- und Osteuropa. Im Interesse liegen hauptsächlich die Westkarpaten als auch die Ost- und Südkarpaten und Ostalpen, sowie die ausgewählten Vorgebirgsregionen im balkanischen Dinarischen Gebirge, in Deutschland und Tschechien, die miteinander anhand der diachronischen Methode verglichen werden. Zeitlich orientiert sich das Projekt vom Neolithikum bis Ende der Spätbronzezeit.

Im Mittelpunkt steht das allgemein verbreitete Modell, dass die prähistorische Kolonisation der Bergkessel und -täler durch die Änderung oder Milderung des Klimas als auch den nachfolgenden demografischen Bevölkerungswachstum, der einen Bevölkerungsteil auch Bergregionen zu besiedeln zwang, ermöglicht wurde. Weil die Klimabedingungen und die Bodenqualität in diesen Bergregionen im Vergleich mit dem Mutterflachland schlimmer waren, musste sich ein bedeutender Bevölkerungsteil nach diesem Modell mit Exploration und Bergbau (Stein und Metalle), Hirtentum und Jagd beschäftigen. Mit diesen Aktivitäten wurden am häufigsten auch Siedlungen, Belege der Höhlenbesiedlung und die in den Seitentälern der intramontanen Talkessel oder direkt im Gebirge gefundenen sog. Streufunde verbunden. Im Rahmen der Arbeit werden die Aspekte wie Milderung des Klimas und Bevölkerungswachstum mit der Besiedlungsstruktur und Bevölkerungsdichte, Prospektion/Bergbau und Transhumanz/Jagd mit den Metallanalysen und Landnutzung, Transit- und Übergangskorridore mit dem Austausch und wirtschaftlichen Netzwerken verglichen. Als weiteren wichtigen Aspekt muss man das Vorland und das Gebirgsgebiet vergleichen. Das Ziel der Arbeit ist es, ein möglichst komplettes Bild der neolitischen und bronzezeitlichen Besiedlung in den Westkarpaten vorzustellen.

 

Dissertationsprojekt
Betreuer: Prof. Dr. Tobias Kienlin, Prof. Dr. Nikolai Grub, Prof. Dr. Pawel Valde- Nowak